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Tagebuch



Gemeinschaftsblog von den Vögelchen und mir.
Tagesgeschehen, Lebensweisheiten und Nichtigkeiten, die die Welt bewegen. Oder auch nicht. Oder wenigstens nur meine.
Spätestens so alle Monat wird hier was neues stehen. Meistens.


Was bisher geschah:
Juli 2007: Urlaub, Haare Oktober 2007: Unfälle Mai 2008: Zeit
August 2007: Jacky November 2007: Menschen Oktober 2009: Passiert
September 2007: Tage Januar 2008: Meistens


Passiert

Passiert ist jede Menge in den anderthalb Jahren. Meine Vögelchen sind frech wie Oscar, mein Auto ist endlich abbezahlt, der Neksus gehört immer noch mir und ich hab nen neuen Nachnamen, denn ich hab geheiratet. :)
Ja, genau. Richtig gelesen. :-)
Es war ein wirklich schöner Tag. Erst die Heirat im Schloß, dann abends die Feier im Basement, das ist unter der Christuskirche in Köln. Alle waren von der Lokation total begeistert. Ich auch. Die Planung hatten wir schon früh genug angefangen, trotzdem ging einiges nciht ganz so glatt, aber egal, es war eine wirklich schöne Feier. Sogar getanzt haben wir - nach glatten 1,75 Stunden Tanzunterricht auch gar nicht mal so schlecht. Zumindest lebten danach meine Füße noch und es hatte sich keiner von uns auf den Fußboden verabschiedet.
Für den Anlaß habe ich von einer Neksus-Bewohnerin ein wunderschönes tannengrünes Samtkleid geschneidert bekommen. Und nach der Anprobe in München paßte es wirklich sehr gut. Das erinnert mich daran, dass ich das gute Stück mal zum Schneider bringen wollte, um es ein wenig kürzen zu lassen. Damit ich damit besser über ein paar Mittelaltermärkte laufen kann, ohne dass es durch den Dreck geschleift wird. Muss ja nicht sein, so Schmadder auf dem schönen Samt.
Die Feier, genau. Es gab lustige Spiele, eine superschöne Mittelalter-Deko, jede Menge sehr leckeres Essen (unter anderem eine große Spansau) und einen Haufen zufriedener Gäste. Was will man mehr.
Es wurden auch jede Menge Fotos geschossen, aber die bleiben dem Besucherkreis vorbehalten. Muß ja nicht jeder sehen. Dadraus will ich mir unbedingt noch ein Fotobuch basteln. Aber sowas dauert seine Zeit. Und im Moment hab ich da auch gar keine Böcke drauf. Aber haben will ich es auf jeden Fall! Also demnächst irgenwann muß ich mir mal die Zeit dafür nehmen.
Vor der Hochzeit war ich übrigens 1. in Urlaub (unter anderem 2 Tage in München wegen dem Kleid) und 2. sehr krank. Irgendeine Grippe. Ob Schwein oder nicht, weiß man nicht so genau. Die Teststreifen waren aus. Die hätten eh nur gesagt, dass es ne Grippe ist und man hätte weiter untersuchen müssen. DASS es eine Grippe war, wußte ich aber auch so. Mit anschließender Stimmbandvereiterung, wie solls anders sein. 2 Wochen hab ich keinen Ton raus gebracht. Nix neues, ich hab das in letzter Zeit öfter mal. Die 4 Wochen zu Hause haben aus meinem schüchternen Geflügel jedenfalls anhängliche Wohnungsgenossen gemacht. Ich durfte nicht mal in die Küche, ohne dass ich zurückgepfiffen wurde. Wenn der Schwarm nicht vollständig ist, fühlt sich das Eddy eben alleine gelassen. Da hilft auch die Anwesenheit von Jacky überhaupt nichts. :-)
Vorletztes Wochenende war ich übrigens stellvertretende Schriftführerin bei den Wahlen. Alles halbwegs in Ordnung, aber die Auszählerei war wirklich ein Murks! Ach ja - wir haben 666 Stimmzettel verteilt. Kein Witz! Hoffentlich kommen bald wieder Wahlcomputer zum Einsatz.
So. Das wars erst mal. Ich gelobe Besserung was meine Schreibmoral angeht. Wirklich. 8)

posted by GreenMilan am 13.10.2009

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Zeit

Mal wieder was neues schreiben? Joar, doch, tue ich hiermit.
Meine Vögel sind unheimlich. Eddy hat eine Uhr verschluckt oder gelernt, die neben dem Käfig aufgehängt zu lesen. Wenn man ihm sagt "Weck mich in ner halben Stunde" tut er das auch. Fliegt herum und piepst laut, bis man wach ist. Oder gestern abend. Normalerweise mache ich 22:15 den TV aus, weil dann gesehene Serien rum sind. Gestern war jedoch puzzlen angesagt und der TV lief nur nebenher, so dass ich nicht auf die Uhr achtete. Eddy aber. Pünktlich um 22:15 fliegt er los, piepsend, landet auf seiner Tür. Fliegt ein paar Runden, dabei noch lauter, landet auf der Tür. Beim 3. mal hab ich dann auch registriert, WAS er da genau macht. Schickt mich mein Vogel einfach ins Bett!!!
Jacky für ihren Teil übt jeden Tag hüpfen, damit hatte sie ja schon immer Probleme. Und sie hat sich eine Sommerfrisur zugelegt - ihr Geschmack ist allerdings etwas seltsam. Sie hat am Hinterkopf eine Stelle vollkommen kahl geschubbert. Nicht sehr groß aber doch sichtbar. Das verlagert sich immer mal ein wenig, aber größer wird es nicht. Besonders schlimm findet sie es wohl auch nicht. Ihr geht es prima, außer, dass sie eben keinen Schönhetswettbewerb gewinnen würde.
In meine Wohnung ist pünktlich zum kommenden Sommer ein neuer großer Kühlschrank eingezogen. Mit richtigem Gefrierabteil für jede Menge Eis. Nur komischerweise ist er schon voll mit ... Zeug...
Blümchen hab ich jetzt auch auf dem Balkon. Oder eher "an", nämlich am Geländer hängen. Nach innen, damit man auch was sieht. Drei verschiedene Sorten "Daisy", also Gänseblümchen. Die blauen zicken noch etwas, kommen aber langsam wieder.
Mein neues Aufgabengebiet Wasserrahmenrichtlinie erfordert jede Menge Fahrten nach Bonn zur Bezirksregierung. Ich komme kaum noch zu meiner normalen Arbeit. Und dann noch der Ärger mit den Fahrtkostenabrechnungen... Aber ansonsten ist alles ganz ok. Etwas mehr Struktur wäre gut, aber man lernt damit zu leben.
Ich freu mich schon tierisch auf den Urlaub. Ein paar Tage Prag und die RuhrTopCard voll ausnutzen steht auf dem Programm.
Das neueste noch in Kürze - Oma ist 85 geworden, da hab ich Heini kennen gelernt, Ralph auch, Schatz bekommt am Samstag nen neues Sofa, ich hab noch eine neue Kommode für meine Liköre, ich kann jetzt Seife machen, hab ein neues Bild gemalt und eins gestaltet, der DS läuft und läuft und läuft und ich hab zu viele Spiele, in TaiChi bin ich mit der Form durch und das wird auch der letzte Kurs sein, denn Helmi macht danach eine neue Form, die ist nix für mich, mein Radl ist endlich fit und das erste mal richtig gefahren worden, ich hab Heuschnupfen, der Sperrmüll nimmt keine Vitrinen-Glastüren mit, ich hab immer noch Sommerreifen drauf, die Spritpreise sind unverschämt, ich mag am liebsten Himbeereis und den Geruch von Flieder.

posted by GreenMilan am 08.05.2008

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Meistens

Wie gesagt - meistens wird hier alle Monat etwas neues stehen. Diesmal eben nicht. Wieder ein neues Jahr, wieder alles gleich, möchte man meinen. Aber das ist nichts, worüber ich mich beschweren würde, eher das Gegenteil. Nein, auch das nicht. Es ist einfach gut wie es ist.

Wie es war?

Den Besuch meiner vor Weihnachten hab ich überlebt, es gab auch einen schicken Teppich dafür. Und lecker Raclette-Essen. Und Weihnachtsmarkt mit Tasse für Michael, Sterns großen Bruder.

Die Vögel waren anfangs in OL etwas moppelig, weil der Raum dann ja doch etwas kleiner ist als ihre gewohnten Wohnzimmer. Aber mit Leckerlies und besonders mit blingblingdingeling bekommt man sie doch aus der Reserve gelockt. Ihr Favorite war das Wii-Spiel "Super Mario Galaxy". Und weil es den beiden ja sooo gut gefiel, habe sogar ich mich daran das ein oder andere öftere mal dran versucht. Erstaunlicher weise sogar recht erfolgreich, obwohl Jump'n'runs ja eigentlich so gar nicht mein Fall sind. Und dann noch diese schrägen Perspektiven... Was tut man nicht alles für das Viehzeug. Light Shooter und ihre neue Badewanne, wo man gleichzeitig zu zweit drin planschen kann mögen sie übrigens auch und ihre neue UV-Licht-Lampe sowieso (wichtig für Vitamin-D-Versorgung und Federn und Eibildung, falls sie wieder böse sind, ich bin ja nicht den ganzen Tag zu Hause und kann sie überwachen).

Weihnachten selbst war prima, wie immer. Sehr ruhig im Oldenburger Familienkreis, Ente gab es diesmal genug, nur ein wenig Schnee hat gefehlt. Der Baum war schief wie immer, aber das gehört seit meiner Kindheit zu Weihnachten einfach dazu. *g*

Silvester war etwas strange. Es herrschte eine dermaßen dicke Nebelsuppe, dass man gerade mit viel Phantasie das Feuerwerk 2 Straßen weiter sehen konnte. Hören konnte man es allemal, der Schall wird vom Nebel ja unten gehalten. Es war also laut und weiß, weniger bunt. Dafür feuchtfröhlich, roter Sekt ist lecker. Macht aber, dass man gerne mal mit dem kleinen Zeh einen Stuhl mitnimmt und sich dann nur mit Mühe am nächsten Tag daran erinnern kann, was denn der Grund für die plötzlich auftretenden Laufprobleme ist. Zwei Stunden später war es draußen übrigens richtig hell - eine weiße Wand hatte sich vor die Fenster geschoben und die Sicht war ca. 1 m weit.

In der Arbeit haben wir eine "Umstrukturierung" hinter uns gebracht mit Umzügen und neuen Zimmeraufteilungen. Ich bin in den 2. Stock und ins damit Team umgezogen worden, habe eine neue Zimmerkollegin, die jeden morgen 2 Stunden mit dem Zug aus Essen hierher fährt. Mit der vertrage ich mich zum Glück sehr gut.

Hach, es wär doch mal was, so nach 6 Jahren Wochenendbeziehung zusammenziehen zu können. Ist kein muss, ist nichts, was wir bisher stark vermisst hätten, wäre aber dennoch sehr schön.

Naja, abwarten und Tee trinken. Und frühstücken. Morgen ist Altweiber und da wird hier im Amt gefrühstückt. Karnevalsfrühstück im 3., AKF(Anti-Karnevals-Frühstück) im 2. Stock. Jeder bringt was mit, man frühstückt gemütlich von 9 bis 11 und geht dann satt und zufrieden wieder nach Hause. Feine Sache das. Besonders das AKF. Und dass ich danach direkt nach BO fahre. Und dann erst Dienstag wieder arbeiten muss - Rosenmontag ist frei. :-)

posted by GreenMilan am 30.01.2008

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Menschen

Menschen sind schon komisch. Die haben jeden Tag andere Federn an. Manchmal sogar mehrmals am Tag. Und unsere Milan hat ab und zu noch neue Federn auf dem Kopf. Erst ist sie ganz normal wie immer braungrau, dann verschwindet sie hinter dem Vorhang und kommt irgendwann mit nassen Haaren und furchtbar stinkend wieder. Und eine halbe Stunde später piept es hinter dem Vorhang, sie geht wieder durch und kommt nach einer Weile wieder mit einem dieser furchtbaren Dinger auf dem Kopf! Ich weiß genau, dass diese Teile kleine Vögel fressen - oder ihnen zumindest die Farbe rauben! Eddy hat das gesagt, jawohl. Und der muss es wissen, er kennt das schließlich schon viel länger als ich. Nun ja - auf jeden Fall zieht sich Milan irgendwann das Ding vom Kopf und darunter sind ihre Haare knallrot geworden. HAH! Wusste ich doch, dass diese Dinger gefährlich sind!!! QUÄK!!!

Was ich an Menschen ja am meisten mag ist diese Flimmerkiste, aus der so lustige Geräusche kommen. Besonders wenn es laut wird hab ich das gerne, da kann ich dann ganz laut mitpfeifen. Oder diese andere kleinere Kiste, aus der Musik kommt. Da kann man so schön mitzwitschern. Und Milan scheint das meistens auch zu gefallen.

Am allerschönsten ist übrigens der Platz auf der Warmluftstange. Die funktioniert komischerweise nicht immer, aber wenn, dann ist das ganz toll. Da kommt von unten heiße Luft und man kann die Federn so richtig schön aufplustern und lockern. Bis einem zu heiß wird und man ein paar Runden zur Abkühlung fliegen muss. Ich mache mit Eddy immer einen Wettkampf, wer es länger aushält. Meistens er, er hat mehr Erfahrung und setzt sich etwas näher an den Rand, wo es etwas kühler ist. Milan hat uns diesen Platz extra gebaut, sagt Eddy. Das finde ich sehr nett.

Wie gesagt - Menschen sind komisch. Aber auch sehr unterhaltsam. Das finde ich gut. Piep.

posted by Jacky am 05.11.2007

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Unfälle

Eine große Leidenschaft in meinem Leben sind Unfälle. Jedenfalls muss das für Außenstehende so den Anschein haben.

Letzte Woche fuhr ich auf dem Weg zum Bahnhof ein Reh an. Was damit geworden ist weiß ich nicht. Mein Auto hatte keinen Kratzer, der Förster konnte das Tier nicht finden, also hat die Polizei die Sache nicht weiter verfolgt.

Vor 2 Tagen bin ich in und über ein nicht durchgeschnittenes Paketband gestolpert. Einmal Bodenküssen war daraufhin angesagt. Und damit meine ich das Wörtlich - ich hab mir die Lippe blutig gehauen und die Hände bekamen auch ordentlich was ab. Der Vogelkäfig auch, den ich in der Hand oben am Griff gehalten hatte. Zum Glück so, dadurch fiel er nicht ganz so tief, purzelte aber dennoch auf die Seite. Vogelfutter, Stangen und Vögel wurden gut durchgerüttelt, ein Futternapf hat es nicht überlebt und die Blicke, die ich von Eddie danach zugeworfen bekam, waren mordverdächtig. Sind aber alle wieder heile und einen neuen Pott besorge ich die Woche noch.

Vor ca. 6 Jahren hab ich das bisher beste gebracht. Ich wollte mir ein paar leckerer grüner Böhnchen in Butter heiß machen. In einem Stieltopf. Die Küche war eng und so kam ich beim umdrehen an den Griff, der Topf drohte vom Herd zu rutschen. Ich bekam ihn gerade noch zu fassen - UNTER dem Topfboden. Erst mit der einen, dann mit der anderen Hand. Tags darauf hatte ich je Hand 4 unbewegliche weil verbrannte und eingewickelte Finger. Es war eine Woche vor meinem geplanten Umzug in die neue Wohnung.

Früher bin ich ja geritten. Ich wunder mich bis heute, dass das immer so glimpflich ausging. Meine Blessuren beschränken sich auf angebrochene Rippen, wahrscheinlich an- oder gebrochenes Nasenbein, ein Stück abgesplitterter Zehenknochen und etliche blaue Flecken. Und das trotz Herunterfallen im Wald in vollem Galopp zwischen Baumstämmen und Herunterfallen auf einen Kiesweg aus dem Stand (Pferd erschreckt sich vor Hund, Pferd macht Satz nach hinten, ich nicht, Pferd guckt dumm auf sitzenden Reiter auf dem Boden, alle anderen Reiter können sich kaum auf ihren Pferden halten vor Lachen)...

Auch sonst sind Unfälle ein ständiger Begleiter. Ob nun das Knie in voller Fahrt Bekanntschaft mit der Tischkante macht, der Türrahmen sich auf magische Weise plötzlich vor die Schulter schiebt, die Hand anstatt an der Tischkante vorbei zu gestikulieren diese genau an der Ecke erwischt, ich beim Hochziehen des Pulloverärmels abrutsche und mir auf diese Weise einen schönen Kinnhaken versetze - es gibt nichts, was es nicht gibt, was ich mir nicht schon angetan hätte. Einzig mit Messern bin ich mehr als vorsichtig - ich habe mich bisher noch nicht geschnitten. Niemals. Ich weiß, man soll es nicht beschreien... *dreimal auf Holz klopft - vorsichtig, um sich die Finger dabei nicht zu brechen*

posted by GreenMilan am 08.10.2007

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Tage...

...- wie dieser sollten abgeschafft werden. Man sollte gesetzlich regeln, dass man solche Tage vorzeitig beenden darf. Diese Tage – an denen einfach ALLES schief läuft!!!

Die Kaffeepadmaschine gab mir deutlich zu verstehen: „Dies ist einer dieser Tage, an denen du besser gar nicht erst aufgestanden wärst.“ Um diesen Tag irgendwie beginnen zu können, hatte ich nämlich beschlossen mir einen doppelten Kaffee zu machen. Also den Halter für 2 Pads einlegen, 2 Pads glatt streichen, hineinlegen, andrücken, Deckel wieder zu machen, Verriegelung runter, auf die Taste mit den \_/° \_/° drücken und auf herrlich duftenden schwarzen Crema-Kaffee warten. Und was kommt? Hellbraune Brühe. Doch nicht nur in die Tasse, nein, es sproddelte munter über den ganzen Kühlschrank, auf dem die Maschine steht. Dass mir erst ein Kollege „Ausmachen, mach doch einfach aus!“ zurufen musste, spricht nicht gerade für eine fortgeschrittene Wachheit meinerseits. Auch das aufwischen der Kaffee-Versuchs-Zeremonie gestaltete sich umständlich. Ich lief für jeweils 3-4 Papiertücher quer durch den Raum, aufwischen, wegwerfen und neue holen. Bis wieder jener vorwitzige Kollege mit den Worten „nimm doch gleich nen ganzen Stapel“ mir eben jenen in die Hand drückte. Sparte jedenfalls Laufarbeit. Und der Kühlschrank ist obenauf jetzt wieder richtig schön sauber. Und im 2. Versuch hat dann auch das Kaffee-Tasse-Zusammenspiel funktioniert.

Meine Schreibarbeit am PC machte mir weiterhin deutlich „Das ist wirklich nicht dein Tag!“ und so strotzte jedes Wort, jeder Halbsatz vor Buchstabendrehern oder -vergessern. Doch Word setzte noch einen drauf. Man nehme eine Vorlage, in der sich auf Seite 3 und 4 ein Abschnittswechsel befindet, mit dem auf den Seiten 4 und 5 unterschiedliche Kopfzeilen erzeugt werden, verändere ein klein wenig den Text und siehe da - plötzlich gibt es nur noch eine einzige Kopfzeile. Alles Fluchen, Hadern, Schimpfen umsonst. Auch neues Einfügen eines Abschnittswechsels brachte kein neues Ergebnis. Aber ganz so doof wie ich immer tu bin ich nu auch nicht. Hab Word einfach ausgetrickst und ein Textfeld eingefügt, rahmenlos, dahin, wo ich eigentlich die Kopfzeile haben wollte.

Essen an solchen Tagen gestaltet sich übrigens auch als mindereinfach. Dass ich heute morgen zu nachtschlafener Zeit noch daran gedacht habe mein Mittagessen aus dem Kühlschrank mit zur Arbeit zu nehmen, grenzt ja schon an ein kleines Wunder. Da konnte und durfte ich einfach nicht mehr erwarten. Also taperte ich mit meinem hübsch auf einem Porzellanteller drapierten Huhn mit Reis zur Mikrowelle (die sich im übrigen direkt neben der erwähnten Kaffeepadmaschine befindet, genauer gesagt hinter ihr) und schob das ganze für 3 min bei 600 Watt hinein. Was wieder heraus kam war ein zum Anfassen zu heißer Teller mit dampfendem herrlich duftendem Huhn-Reis-Gemüse-Gemisch. Ein zusammengefaltetes Blatt der heute morgen schon sehr nützlichen Papiertücher gewährte den Transport in mein eigenes Zimmer, ganz ohne Brandblasen. Nur das Absetzen auf die Tischplatte nicht. Wegen dem dafür notwendigen Winkel von Hand-Teller-Tischplatte verbrannte ich mir erst die Finger, dann ließ ich den Teller ein stückweit fallen und das halbe Essen verteilte sich über Tischplatte und Tastatur. Nach dem aufwischen, zusammenklauben und aus der Tastatur herausschütteln war das Essen zum Glück nicht mehr zu heiß, aber auch noch nicht zu kalt. Ob damit der Tag eine Wendung nimmt? Es bleibt abzuwarten...

Nachtrag: Eine halbe Flasche Shunji, ein heißes Essen, ein nettes Buch und der Tag nahm doch noch ein gutes Ende.

posted by GreenMilan am 12.09.2007

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Jacky

Guten Tag, mein Name ist Jacky. Ich wollte mich auch mal vorstellen, da ja hier dauernd über mich bzw. uns geredet wird.

Also - ich und Eddy wohnen bei Milan. Eddy ist so ne Art großer Bruder für mich, langsam mausert er sich aber zu einem echten Lebensabschnittsgefährten. Obwohl er ab und zu doch noch ein rechter Stinkstiefel ist und mich immer vom Essen wegjagt, damit er selbst das beste futtern kann. Dabei ist er wirklich dick genug. Ab und zu halte ich mal gegen, dann geht er im Nu stiften.
Meine Hobbys sind übrigens Puzzeln und Dekorieren.

Am Samstag waren wir beim Tierarzt, hat Eddy gesagt. Ihm wurden die langen Krallen geschnitten und statt dass er nun glücklich ist, dass er nicht dauernd hängen bleibt und auf die Nase fällt, wenn er hinter mir her rennt, ist er tagelang brummelig, dass er gefangen wurde. Doofnase.
Ich war viel schlimmer dran! Jawohl! PIEP!!!
Ich hab da eine hässliche Stelle am Kopf, die hat gejuckt und ich konnte kaum noch kratzen, weil es weh tat. Der Tierarzt hat mir Salbe auf die Stelle getan, das hat aber böse gebrannt! QUÄK!!! Dann wurden mir noch 2 Krallen geschnitten, das war aber nu wirklich nicht schlimm. Ich weiß gar nicht, was Eddy da immer hat.
Dann sind wir wieder nach Hause gefahren und wir durften den ganzen Tag rumfliegen, die Menschen sind nämlich abgehauen.
Die Salbe hat übrigens meine ganzen schönen Federn verklebt und juckte ganz furchtbar. Das war aber am nächsten Tag auch wieder rum. Jetzt seh ich aus wie ein "Irokese", sagt Milan immer. Aber die Hauptsache es juckt nicht mehr. Und irgendwann bin ich dann auch wieder hübsch. Viel hübscher als der Eddy, jawollja!

posted by Jacky am 07.08.2007

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Haare

1.: Sind sie glatt, will man sie wellig. Sind sie wellig, will man sie gelockt. Sind sie gelockt, will man sie glatt. Und das ganze kreuzundquer durcheinander. Und mit "man" ist hier "frau" zu verstehen...
2.: Sie haben IMMER die falsche Farbe. Und die falsche Länge.
3.: Sie werden irgendwann grau. Und das ist nicht schön. Und das bringt uns zu dem eigentlichen Grund dieses Eintrags.
4.: Haare färben stinkt! Und macht Flecken

Vögelchen meinen zwar, dass Federn auch nicht wirklich gut sind, die jucken immer und liegen grundsätzlich falsch, wenn ich das richtig interpretiere, aber Haare, nicht wahr - HAARE - sind echt nen Murks. Was ne blöde Erfindung.

Naja, so ganz kahl würde vielleicht erstmal blöd aussehen, wäre aber nur eine Sache der Gewöhnung.

posted by GreenMilan am 30.07.2007

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Urlaub

Ich fange einfach mal meinen neuen Blog mit etwas Schönem an.
Sollte man meinen.
Nein, doch, es war schön. Wirklich sehr schön.
Wir wussten nur nicht, dass wir einen Erlebnisurlaub gebucht hatten...

Gebucht war ein Flug von Düsseldorf nach Mailand-Bergamo, ein Mietwagen mit Klimaanlage über holiday autos und eine Ferienwohnung für 7 bzw. 8 Tage, irgendwie alles über Umwege über den ADAC.

FREITAG: Es fing an, mitten in der Nacht, gegen halb fünf Uhr freitags morgens. Wir hatten bei k-parking den Urlaub für unser Auto gebucht. Samt jemandem, der den Wagen vor dem Gate abholt, parkt und am Anreisetag wieder vor dem Flughafen wartet. Da es reichlich frostig war, bin ich mit den Koffern schon mal in den Flughafen rein gegangen, Stefan (mein Schatz) sollte den Wagen übergeben. Das dauerte und dauerte, endlich kam er dann, etwas verstimmt. Er hat dann erzählt, dass der Typ uns nicht auf der Liste hatte, erst auf dem Zettel vom nächsten Tag. Er nahm den Wagen aber dann für den enormen Aufschlag von 3€ für den einen Tag länger doch mit.
Einchecken und Sicherheitskontrollen gingen (bis auf das übliche Gepiepse meines Bügel-BHs) ohne Probleme vonstatten, der Flug war ok, der Anblick der Alpen von oben gigantisch, sogar die Landung lief glatt. Koffer eingesammelt und zu Europcar den gemieteten Wagen abholen. Das war was - nen 3-türiger Opel Corsa, nagelneu und nur 24km auf dem Tacho. Dummerweise mit einem so kleinen Kofferraum ausgestattet, dass nur einer der Koffer rein passte, der andere kam auf die Rückbank.
Egal, Auto ok, ab auf die Autobahn. Nach knapp 10min ging uns beiden das dauernde Geplapper der Radiomoderatoren tierisch auf en Keks, Durst hatten wir auch, also in der nächsten Tanke was zu Trinken und eine 3er-Box CDs mit Rockoldies gekauft. Die liefen für die nächsten Tage übrigens nonstop.
Glücklich aber müde kamen wir in Torri an, dem Ort, wo irgendwo unsere Ferienwohnung sein sollte, wir fanden sie aber nicht. War nicht weiter wild, wir wussten ja, dass wir eh erst gegen halb vier nachmittags in die Wohnung konnten. Unterdessen gingen wir also das erste mal am Gardasee entlang spazieren und suchten den Vermieter europlan, den wir dann auch fanden, war aber Mittagspause. Also fuhren wir noch ein wenig am See entlang, fanden ein kleines Cafe in dem es Eis und eine saubere Entsorgungsstation gab.
Die restliche Zeit bekamen wir auch noch irgendwie rum, mit einem Brathähnchen aus einem famila, das wir in einem netten kleinen Ort im Inland namens Cola verputzten. Gegen halb vier bekamen wir dann die Schlüssel und eine Wegbeschreibung zur Wohnung. Zu finden war die leicht, hinzukommen dagegen nicht. Der erste Versuch den Berg hoch zu fahren scheiterte an der mangelhaften Durchzugsstärke unseres Wagens. Im zweiten Anlauf klappte es aber dann, mit Anlauf, Vollgas und mindestens wenn nicht noch mehr Spritverbrauch.
Die Wohnung war richtig super. Direkt an der Bergkante, herrlicher Sicht auf den See, 4-Platten-Gasherd, Schlafzimmer, Bad, großem Wohnraum, Liegestühlen für die große Terrasse - da konnte man sich wohl fühlen. Alleine die Aussicht... *schwärm* Wir mussten dann doch noch mal los, Futter für die nächsten beiden Tage (Samstag und Sonntag) besorgen, zum Glück hatte der Lidl in Bergamo bis 21:00 Uhr geöffnet. Voll beladen hatte der Wagen noch mehr Probleme mit dem Berg...

SAMSTAG: Am nächsten Tag ging es dann ins Gardaland, einen hübschen Freizeitpark mit schönen Darkrides und gutem Theaming, der im Sommer bis Mitternacht geöffnet hat. Die lauten Besucher des Parks störten etwas, man bekam Ohrensausen von dem Krach. Nachdem ich dann auch ein richtiges Klo im Piratenviertel gefunden hatte (in Italien gibt es noch reihenweise Plumpsklos; wie im Mittelalter), hielten wir bis halb zwölf durch, auf dem Weg zum Auto bekamen wir sogar das Feuerwerk mit, klein aber fein.
Also zum Auto, heimfahren, der Tag war anstrengend. Motor an, Licht an ... Licht an??? Kontrolllämpchen im Auto funktioniert, Rücklichter auch, Blinker, aber weder Stand-, Abblend- noch Fernlicht. Erst mal ADAC anrufen. "Da müssen sie sich mit dem Vermieter in Verbindung setzen." Also die Notfallnummer von Europcar auf dem Autoschlüssel angerufen. Mit oder ohne italienischer Vorwahl spielte keine Rolle, jedes Mal keine Verbindung. holiday autos, über die wir gebucht hatten, waren auch keine Hilfe. Also zum Infostand des Parks, um mal zu telefonieren. Die Dame meinte jedoch, wir sollten warten, ihr Cheffe käme gleich. Der sprach dann auch noch deutsch, sehr angenehm. Kurz darauf standen 4 recht ratlose Männer um unseren Wagen herum.
Die genauso schnell im Laufschritt verschwanden, als nicht weit von uns plötzlich zwei Wagen in Flammen aufgingen. (Ich vermute mal ne missglückte Starthilfe.) Es kamen aber 2 recht flott wieder. Einiges länger dauerte die Fehlersuche am Wagen, doch endlich kam einer der Jungens darauf: dem Wagen fehlten die Glühlämpchen!!! Den Leuten vom Park sowie uns selbst fiel regelrecht die Kinnlade runter. Danach gingen sie auf die Suche nach einem Auto wie meinem und wurden tatsächlich fündig. Der Fahrer war bereit, uns eines seiner Lämpchen zu verkaufen und so wären wir beide mit dem linken Lämpchen relativ verkehrssicher unterwegs gewesen. Der Einbau des Lämpchens scheiterte jedoch an der fehlenden Fassung für eben jenes, weshalb der hilfsbereite Italiener von dannen zog.
Die Leute vom Park bemühten sich ein weiteres mal um uns, damit wir um mittlerweile halb eins in der Nacht ins 20km entfernte Torri gelangen würden. Nach dem 4. oder 5. Anruf war dann endlich ein Taxi gefunden, ironischerweise vom benachbarten Freizeitpark Movieland. ein großer 6-Sitzer-Diesel. Beide hatten wir Bedenken, ob der Fahrer wirklich dieses Schlachtschiff unsere Einfahrt hochbekommen würde, aber das war überhaupt kein Problem. Erleichtert, unter anderem um 50€, kamen wir in der Wohnung an und waren froh erst mal ein Dach über dem Kopf zu haben, der Rest wurde auf den nächsten Tag, Sonntag, vertagt.

SONNTAG: Es wurde erst mal telefoniert. Mit holiday autos ("kein Problem, das Geld für die Taxifahrt reichen Sie einfach bei uns ein, wir erstatten das"), mit Europcar in Bergamo-Airport ("da kann ich Ihnen nicht helfen, entweder fahren Sie nach Verona oder nach Garda, da ist die nächste Station von Europcar, ich sag Ihnen die Nummer") und Europcar in Garda ("wir haben geschlossen, kommen Sie morgen"). Also verbrachten wir einen gemütlichen Tag in unserer gemütlichen FeWo, zum Glück hatten wir genug zu futtern eingekauft.

MONTAG: Neuer Tag, Neues Glück. Zu Fuß den Berg runter, nen weiteren guten Kilometer an der Straße und dem See entlang nach Torri. Dort, das wussten wir, war eine Busstation samt Kiosk, in dem die Fahrkarten verkauft wurden. Wir warteten also mit ca. 12 anderen deutschen Touristen auf unseren Bus, der dann auch mit kaum halbstündiger Verspätung eintrudelte. Die Busfahrt ins ca. 20 km entfernte Garda war dann auch recht entspannt, man hatte ja ein Ziel vor Augen. Die Europcar-Filiale war schnell gefunden, wir waren dort schon des öfteren vorbei gefahren.
Der Dame am Empfang wurde die Lage klar gemacht und sie war auch absolut überhaupt gar kein bisschen überrascht - gerade so, als würde das jeden Tag vorkommen, dass Autos ohne Lämpchen vermietet werden. Mein Vertrauen in Europcar ist übrigens massiv gestört, habe ich das schon erwähnt? Jedenfalls schickte die uns nach Verona-Airport. Wir sollten unser Auto abholen und dorthin und es umtauschen. Auf die Frage, wie wir denn nach Gardaland kommen sollten, hieß die lapidare Antwort "mit dem Bus". Natürlich, hätte ich mir ja denken können, wie konnte ich nur fragen. Unsere Handynummer hinterließen wir dort für den Fall, dass etwas dazwischen kommen würde, sie wollte alles weitere mit Verona regeln und wir sollten schon mal gehen.
So hinauskomplimentiert waren wir ganz froh, dass der nächste Bus nicht lange auf sich warten ließ. Also denn, auf zum unterbelichteten Auto. Im Gardaland angekommen, fanden wir dieses auch schnell wieder und fuhren nach Verona-Airport. Nach einigem Suchen fanden wir dann auch die Auto-Sammelstation für Europcar-Autos. Einparken und ab in den Flughafen zu Europcar. Der Schalter war schnell gefunden. Nicht so schnell ging es, die Dame von ihrem Telefonat zu trennen. Erst ein recht unfreundliches "Not with you on the phone!" meinerseits bewegte sie dazu den Hörer aufzulegen. Der Giftblick der mich dabei traf galt bestimmt der unvollkommenen englischen Grammatik, der ich mich dabei bediente. Wir wurden dann auch sehr schnell abgefertigt, da unser Wagen erst noch "gesäubert" werden musste. Es war 12:30 und sie meinte, wir sollen (das "gefälligst" sprach sie zwar nicht aus, aber es war rauszuhören) um 15:00 wieder kommen.
Der Veroneser Flughafen besticht nun nicht unbedingt durch seine abwechslungsreiche Architektur oder gar ausschweifende Freizeitaktivitäten. Wir entschlossen uns also nach Verona zu fahren. Wir wollten eh mal im Urlaub dorthin, allerdings nicht so zwangsweise. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus erwies sich dann als etwas schwierig. Den Parkschein steckten wir ordnungsgemäß in den Zahlautomaten, der meldete nix zu bezahlen, also zum Auto und vor die Schranke gefahren, Schein eingeschoben - nix. Die Schranke rührte sich nicht. Also rückwärts die Auffahrt hoch, damit unten die Ausfahrt frei wird. Dabei dann beim nach-hinten-gucken mit dem linken Kotflügel in den dort überall vorhandenen Bauzaun gesemmelt. Glücklicherweise nur so leicht geschrappt, dass nicht der mindeste Kratzer zu sehen war. Mein Großer zum nächsten Automaten, nix zu bezahlen, wieder zur Schranke - nix. Ok, dann zur Info. Er saust los, ich mach derweil einem natürlich von oben kommenden Wagen Platz und rangiere erst in die Zufahrt, dann wieder in die Auffahrt, weil ja schließlich dort auch wieder ein Wagen kam. Endlich kam die ersehnte Karte mit meinem rennenden und in der Hitze leidenden Schatz und wir konnten losfahren.
Also endlich rein mitten in die City von Verona, einen Parkplatz suchen, irgendwo einen Parkschein auftreiben (ich bin immer noch überzeugt, dass der nicht zu unserem Parkplatz gehörte, aber wenigstens bekamen wir keinen Knollen), ein paar Bilder schießen und den McDonalds um ein paar Chicken Nuggets, Pommes und 2 Cola erleichtern. Dann wieder zum Auto zurück und wieder zum Flughafen. Wieder auf dem Parkplatz und der Karre auf-nimmer-Wiedersehen sagen. Wieder zum Schalter.
Die Dame von vorhin dreht sich auch prompt zur Seite, zischt ihrer nun anwesenden Kollegin was zu und die andere lächelt uns freundlich an. *staun* Wir erklären ihr kurz, dass wir das Auto tauschen wollen, die andere sagt noch mal kurz was dazwischen und schon kommt noch ein Lächeln, die Aufforderung unsere Führerscheine vorzulegen und schwups halten wir nen neuen Vertrag in der Hand, bekommen erklärt, wie wir an das neue Auto samt Schlüssel kommen und werden fröhlich verabschiedet. Wow, Europcar beschäftigt also doch nicht nur Menschenfeinde.
Ach ja, das nicht-Licht-Auto hatten wir nicht voll getankt, wie es ja normalerweise üblich ist. Wenn ich gewusst hätte, WAS man bei der Karre tankt ... hätte ich es wohl auch gelassen. Wirklich, es war nicht raus zu bekommen. Weder Tankdeckel, Handschuhfach noch Betriebsanleitung wussten Bescheid. Klar, die nächste Tanke bestimmt, aber ich hatte das Auto echt leid. Diese Verstimmung hat mich 32,44€ gekostet, wurde ja umgehend von der VISA abgezogen. Natürlich hat Europcar nicht gerade die billigste Tanke ausgesucht.
Ab ins Parkhaus, das Auto gesucht, dahinter gestellt und gewartet, bis der zuständige Schlüsselbeauftragte kommt. Der schaut kurz auf den Vertrag und händigt uns die Schlüssel aus. Ich rein, mach den Motor an ... *erleichtert aufseufz* ... ein Diesel. :-))) Ein hübscher schwarzer Fiat Punto Turbodiesel. Mit abgerissenem Handschuhfachgriff und sich langsam lösendes Innenraumplastik aber dafür mit Licht! Ok, das Rückwärtsganglicht funktionierte nicht, aber was soll’s. Wir nix wie in die Karre und ab nach Hause. Welch ein Fahrgefühl. Ein Tipp aufs Gas und die Karre ging ab wie Schmitts Katze. Da konnte man sich direkt auf den Berg zur FeWo freuen.  :-)

DIENSTAG: Wir gönnten uns einen erholsamen Tag im Gardaland. Den hatten wir dann auch nötig. Etliche schöne Bilder entstanden dabei, weil wir bis in die Nacht blieben. Wir hatten ja jetzt ein Auto mit Licht. Der Tag war ereignislos, erholsam, etwas anstrengend, die Italiener waren verflixt laut, die Fahrten und Bahnen schön. Wir hielten erstaunlich gut durch. Lag wohl an den Unmengen Wasser und Apfelschorle, die wir in uns schütteten.

MITTWOCH: Sightseeing war geplant. Also Apfelschorle und belegte Brote gepackt und ab ins Auto. Gut gelaunt ging es zum Staunen rund um den See bis nach Norden durch das überbevölkerte Riva, dann auf der anderen Seite wieder runter, durch Saló und weiter bis Sirmione, eine durch eine schlauchförmige Straße mit dem Festland verbundene kleine Insel.
Die Fahrt war lang und heiß. Und dauerte ca. 3 Stunden. Ich war ziemlich alle. Und hatte nur noch Hunger und Durst. Am Ende der Straße gab es einen großen Parkplatz, auf dem wir auch rasch einen Parkplatz fanden. Rein da, Futter geschnappt und auf ne Parkbank direkt mit Blick auf den See gesetzt. Eine herrliche Aussicht belohnte uns. Und ein paar lustige Spatzen stritten sich unter unserer Bank um ein paar Brotkrümel. Momente, die man in Flaschen abfüllen möchte.
Die noch nicht leere Flasche wollten wir dann wieder im Auto verstauen als uns auf dem Weg ein Männeken in hellblauer Uniform auffiel. *patsch* Ein Kontrolletti. Klar, nirgendwo in Italien kann man gratis parken, wieso hätte man hier sollen. Zurück zum Auto und natürlich hing ein lustiger unverständlicher Zettel über die stolze Summe von 36€ hinter dem Scheibenwischer. Naja, wir sind schon mal hier, also ein Parkticket gezogen, hinter die Scheibe gelegt, das Ticket im Handschuhfach verstaut (wollten wir dann eigentlich bei Europcar abgeben) und in die Stadt.
Vor dem Stadttor war eine Polizeistation, in der man gleich hätte bezahlen können. Da wir aber beide keine Lust hatten noch mal zum Auto zurück zu laufen, der Parkplatz war reichlich groß, entschieden wir uns dagegen. Sirmione war übervölkert von Touristen, aber die Burg war schon toll. Ein paar Fotos schossen wir noch und dann war die Parkzeit auch schon abgelaufen.
Nach dem Trinken hätte ich eigentlich mal wohin gemusst, doch ich vermutete (siehe Park) schlimmes. Was mir dann auch durch meinen Freund bestätigt wurde: Plumpsklos. Ihm machte das ja weniger aus, mir schon. Also kaufte ich stattdessen lieber einen Becher mit frischen Wassermelonenstücken. Das war die beste Wassermelone, die ich seit Jahren gegessen habe.
Von der ersten Stunde der Rückfahrt weiß ich nicht mehr viel, ich fiel kurzfristig in Tiefschlaf, war aber so bei Saló wieder ansprechbar, da fing ja auch wieder die schöne Gegend an. Viel zu schauen, herrliche Aussicht, viele Tunnels, strahlende Sonne. Alles ist schön. Nur kurz einkaufen müssen wir irgendwann noch, das Klopapier zu Hause ist alle, fiel mir da so ein. Also in Malcésine kurz in einen kleinen Supermarkt mit absolut überteuerten Preisen. Da nahmen wir also nur das Nötigste also 2 Rollen Papier mit.
Jetzt aber endlich zurück, es war sehr schön, aber auch sehr sehr anstrengend. Die Auffahrt kein Problem mehr dank Turbo-Diesel, einparken und auf die Terrasse. Hab ich schon erwähnt, dass ich es die letzten 30km kaum noch ausgehalten habe? Von einem Bein aufs andere trippelnd wartete ich darauf, dass Schröder die Türen (Holzladen mit 2 verschiedenen Sicherheitsschlössern, dahinter eine normale Zimmertüre) aufschloss. Der Laden war kein Problem, doch dann – der Schlüssel ist weg!!!
Ich ließ ihn suchen, während ich unsere übernächsten Nachbarn (aus Essen) aufsuchte und ihre Toilette benutzen durfte. Etwas erleichtert aber langsam auch reichlich besorgt ging ich zu unserer Wohnung zurück. Ein paar Füße, die im Auto gen Himmel ragten zeugten von der intensiven Suche im Autoinnenraum, leider ohne Erfolg. Kurzes überlegen brachte uns zu dem selben Schluss: der Schlüssel muss in Malcésine aus der Hose gefallen sein.
Also ab ins Auto und rasant die gut 10 km zurück gefahren. Der Parkplatz war reichlich leer und wir suchten den ganzen Boden ab. Doch leider war dies genauso erfolglos wie die Nachfrage im Supermarkt und dem angrenzenden Lädchen, ob denn jemand einen Schlüssel abgegeben hätte. Etwas ruhiger und nachdenklich fuhren wir wieder zurück. Was blieb uns jetzt übrig? Europlan hatte schon geschlossen, es war halb acht. Vielleicht die Essener fragen, ob wir mal ihren Schlüssel ausprobieren können, war ja schließlich nur nen olle Zimmertürschloss. Oder vielleicht haben die eine Notfallnummer von Europlan, unsere Unterlagen liegen ja sicher im Safe, in der Wohnung. Oder eben für eine Nacht ein Hotelzimmer nehmen.
Aber zu allererst noch einmal alles absuchen. Stefan wieder kopfüber im Auto, ich im Rasen, ich sehe das besser, bin ja auch nicht farbenblind. Und was glitzert mich nach kaum einer halben Minute an? Ein silberner kleiner Türschlüssel. Triumphierend den Bösewicht schwenkend holte ich meinen Schatz aus dem Auto, er schloss auf, der Schlüssel wanderte umgehend an den Schlüsselring mit den anderen beiden Schlüsseln und wir genossen das folgende Essen samt 3 Flaschen Beck's wie zwei Verdurstende den ersten Schluck Wasser.

DONNERSTAG: Nachdem die Schlüsselsuche verdaut war, fiel uns auf, dass wir viel zu wenig Fotos gemacht hatten und wir wollten einen Großteil der Tour um den See noch mal machen. Also ab ins Auto und wild drauflos geknippst. Wieder durch das seltsame Riva bis nach Saló. Da die Gegend danach nicht mehr allzu viel zu bieten hatte, suchten wir dort eine kleine Bar am Straßenrand auf, mit richtigem echtem Klo. So verlief die Rückfahrt dann auch entspannt. Ein schöner ruhiger Tag. Abends war lecker Pizza essen gehen in ner Pizzeria im Inland. Die beste Pizza seit Jaaahren. Satt und zufrieden war dann Aufräumen und Packen angesagt, es war ja leider schon unser letzter Abend in der FeWo. Irgendwie kam Schröder dabei die Idee in einen Putzteufel zu mutieren und fing an noch die Schränke auszuwischen und richtig zu Putzen.

FREITAG: Abreisetag. Um 10 sollte jemand von der Vermietung kommen um die Wohnung abzunehmen und die Kaution zurück zu zahlen. War dann auch in glatten 5 Minuten erledigt. 4 davon brauchten wir, um die Koffer nach draußen zu transportieren. Mit dem Geld zum Auslösen meines eigenen Autos in Düsseldorf versehen, machten wir uns auf in den Park. Mit nachdenken sind wir nämlich zu dem Schluss gekommen, dass das die sinnvollste Möglichkeit ist, den letzten Tag zu verbringen; der Flug ging ja erst abends. Der Parkplatz ist sicher, die Koffer klaut also niemand, nachmittags geht auch niemand, so dass man sich auf dem Parkplatz deutschland- und flugtauglich machen konnte. Gesagt, getan.
Der Tag war heiß, sehr heiß. Und so brachen wir den Besuch früher ab, als wir selbst vermutet hatten. Nur noch mal die schönsten Dinge mitgenommen und ein paar Bilder geschossen, dann auf dem Parkplatz trockene Klamotten anziehen, in den Wagen und die Klimaanlage auf volle Kraft einstellen, Klimaanlagen sind was tolles, und ab nach Mailand-Bergamo.
Ich wäre ja an der Zufahrt zu den Mietwagenparkplätzen glatt vorbei gesemmelt, aber Schröder reagierte schnell genug. Dort das Auto abgestellt, der liest den Tachostand ab, schaut ob voll getankt wurde (Jawoll, Sir!) und unterschreibt, dass wir die Karre abgegeben haben. Englisch sprach der Kerl nicht. Also brachte eine Frage, wohin denn nu mit dem Strafzettel, auch nichts. Mit dem Shuttle-Bus zum Flughafen, dort zu Europcar und mal fragen. Wen wundert es nach dem obigen Bericht, dass wir nur ein Achselzucken ernteten.
Nun noch die Koffer aufgeben, wir waren jedoch etwas zu früh. Ich saß auf meinem Samsonite-Koffer, Stefan platzierte sich neben seinem Trolli auf dem Boden. Böser Fehler. Schon kam der Hilfssherrif des Flughafens und verscheuchte ihn auf die angebrachten (allerdings belegten) Sitzbänke. Ich konnte komischerweise bleiben. Ein Asiate, der neben uns ebenfalls auf seinem Koffer hockte auch. Gut, lief Schröder eben was zu trinken holen. Und als er sich danach auf seinen Trolli hockte, hatte el chefe auch nichts mehr dagegen, im Gegensatz zu dem Studi, der neben uns auf dem Boden hockte. Merke also: auf Flughäfen darf man nicht auf dem Boden sitzen, auf dem Koffer aber schon.
Die Koffer abgegeben, noch was essen gegangen (war ja schließlich mein Geburtstag), dann zum Gate, wo wir dann auch kaum 2 Stunden später relativ pünktlich losfuhren. Im Flugzeug erzählte uns dann der Pilot, dass der Sommer in Deutschland angekommen ist. Wir ließen also die Mörderhitze hinter uns und tauschten sie gegen angenehme Temperaturen zu Hause. Also doch kein Temperaturschock und sofortige Erkältung. Schön.  :-)
Das war's eigentlich. Koffer kamen, Auto wartete, Heimfahrt problemlos. Alles prima, besonders wieder im eigenen Bett zu schlafen.

Tja, das war der Abenteuerurlaub, den wir zwar nicht gebucht, aber bekommen haben. Alles in allem trotzdem schön. Alleine die Landschaft ist eine Wiederholung wert. Bilder vom Park, der Gegend und unserer Hütte gibt's übrigens beim Raketenforscher.

posted by GreenMilan am 27.07.2007

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letztes Update vom: 13.10.2009